Hartlötgas (Propylen) vs. Propan-Sauerstoff. Vorteile und Nachteile.
Das Hartlöten mit unterschiedlichen Brenngasen beziehungsweise Brenngas-Sauerstoff-Kombinationen, beispielsweise Propylen (häufig als MAPP-Gas bezeichnet) und Propan-Sauerstoff, bietet jeweils spezifische Vor- und Nachteile. Ein Vergleich hilft dabei, die geeignete Lösung für den jeweiligen Einsatzbereich auszuwählen.
Hartlöten mit einem Propylenbrenner (VULCANE) oder einem Propan-Sauerstoff-Brenner (LOMAX)
Das Hartlöten mit einem Propylenbrenner (VULCANE) und mit einem Propan-Sauerstoff-Brenner (LOMAX) stellt zwei unterschiedliche Möglichkeiten dar, Kupferrohre in Sanitär- oder Kälteanlagen hartzulöten. Beide Systeme haben je nach Anwendung ihre Vor- und Nachteile.
Propylenbrenner
Ein mit Propylen betriebener Brenner ist eine verbreitete Lösung zum Hartlöten ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung.
Vorteile:
- Einfache Handhabung: Es wird nur eine Gasflasche mit Propylen benötigt; die Einstellung eines Brenngas-Sauerstoff-Gemisches entfällt.
- Flammentemperatur von ca. 2.400 °C.
- Eine Flamme, die das zu lötende Rohr umschließt.
- Hohe Mobilität: Die Ausrüstung ist leichter und eignet sich für Arbeiten vor Ort sowie an schwer zugänglichen Stellen, beispielsweise auf Gebäudedächern.
- Ausreichende Leistung für die meisten üblichen Installationsarbeiten, beispielsweise zum Hartlöten von Kupferrohren mit einem Durchmesser bis 35 mm.
Nachteile:
- Niedrigere Flammentemperatur als bei einem Propan-Sauerstoff-System, maximal 2.400 °C.
- Nicht zum Hartlöten von Kupferrohren mit einem Durchmesser über 35 mm geeignet.
- Nicht für Präzisionslötarbeiten geeignet.
Propan-Sauerstoff-Brenner
Ein Propan-Sauerstoff-Brenner ist eine professionelle Lösung mit einem Injektor-Mischsystem. Dabei wird das Brenngas durch den Sauerstoffstrom angesaugt.
Vorteile:
- Geeignet für Anwendungen, bei denen eine leistungsstarke Wärmequelle erforderlich ist.
- Hohe Flammentemperatur von ca. 2.600 °C: schnelleres Erwärmen und die Möglichkeit, dickere Bauteile zu löten.
- Präzise Einstellung der Flamme: geringeres Risiko einer Beschädigung empfindlicher Werkstücke, beispielsweise bei der Schmuckherstellung.
Nachteile:
- Höhere Anschaffungskosten und aufwendigere Ausrüstung: zwei Gasflaschen, Druckminderer, Schläuche und Sicherheitseinrichtungen.
- Höheres Risiko von Undichtigkeiten.
- Mehr Erfahrung erforderlich, insbesondere beim Einstellen des Gasgemisches und der Flamme.
- Geringere Mobilität: Die Ausrüstung ist schwerer und weniger handlich bei Arbeiten vor Ort sowie an schwer zugänglichen Stellen, beispielsweise auf Gebäudedächern.
Wann ist welches System die richtige Wahl?
- Propan-Sauerstoff ist die bessere Wahl, wenn größere Bauteile gelötet werden sollen, die eine höhere Wärmezufuhr erfordern.
- Propylen eignet sich besser für kleinere Lötarbeiten, insbesondere wenn eine einfache Handhabung und eine kompakte Ausrüstung wichtig sind.
Die endgültige Wahl hängt von der geplanten Arbeit sowie davon ab, wie genau sich die Temperatur und die Größe der Flamme einstellen lassen sollen.



